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Journalistenschulen

Das BewerbungsABC

Vor allem für Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer, aber ebenso für Studienabbrecher sind Journalistenschulen eine Möglichkeit des Seiteneinstiegs in das Erwerbsleben. Aber obwohl die Journalistenbranche noch immer zu den Branchen zählt, der die Wirtschaftsinstitute Wachstumspotentiale vorhersagen, sind die Seminarplätze der einzelnen Schulen begrenzt, und der Andrang ist entsprechend groß.

Die bekanntesten Schulen sind die Hamburger Henri-Nannen-Schule, die Berliner Journalisten-Schule, in Köln die Neven-DuMont-Schule und die Kölner Schule, sowie die Georg-von-Holtzbrink-Schule für Wirtschaftsjournalisten.

Das Auswahlverfahren besteht aus mehreren Runden. Die erste Hürde, die Sie zu nehmen haben besteht in der Regel in einer selbstgeschriebenen Reportage oder eines Kommentar. Sie dient gewissermaßen der Vorsondierung und entscheidet über die Zulassung zur eigentlichen Aufnahmeprüfung. Diese wird in der Regel in Form eines mehrtägigen Seminars durchgeführt, wo Sie beweisen müssen, wie belastbar Sie sind, wie schnell und stilsicher Sie schreiben und recherchieren können, ob Sie gut argumentieren und begründen können und vieles mehr. In Gesprächen mit Journalisten wird zudem Ihre Fähigkeit der Stegreifrede und -argumentation unter die Lupe genommen und Ihre grundsätzliche Einstellung zum und Auffassung vom Journalismus geprüft.

Wenn Sie schließlich zu den wenigen Glücklichen gehören, die die Aufnahmeprüfung bestanden haben, erwartet Sie in der Ausbildung eine wohlstrukturierte Mischung aus Theorie und Praxis in einem in der Regel 18monatigen Allround-Kurs mit Erstklassigen Referenten und der Vermittlung von besten Beziehungen (Praktika) für Ihre künftige Berufspraxis.

Angesichts der Kompaktheit dieser Kurse sind die Anforderungen entsprechend hart; die von Ihnen erwartete Disziplin ist aber zugleich eine Einübung in den späteren (zumeist frei-)beruflichen Alltag. Und wenn Sie sich während der Schulzeit bewähren, haben Sie keine schlechten Karten, entweder direkt in einem der Praktikumsbetriebe anzufangen oder über die geknüpften Kontakte einen freiberuflichen Einstieg zu finden.

Trotz dieser Vorteile geben "Alte Hasen" der Branche zu bedenken, daß man dem harten Kampf, dem man sich beispielsweise als Volontär aussetzt, in den Schulen nur am Rande begegnet - letztlich bleibt man, auch bei noch so enger Zusammenarbeit mit den Praktikumsredaktionen, immer der Schüler. Auch übersieht man beim Beschreiten des "geraden Weges" oft Abkürzungsmöglichkeiten, die sich ergeben können.

Trotzdem stellt die abgeschlossene Ausbildung an einer Journalistenschule eine nicht zu Unterschätzende Möglichkeit dar, im Erwerbsleben Fuß zu fassen. übersieht die Abkürzungen, die sich manchmal auftun.

Quelle: JOBworld