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Befriedigendes Zeugnis

Musterzeugnisse - und was sie bedeuten

Einleitung

Herr Walter Fuhrig, geboren am 2. August 1955 in Gevelsberg, war in der Zeit vom 1. April bis zum 31. März 1993 im Business-Management unseres Hauses als Händlerberater tätig.

Aufgaben (Einleitung)

Seine Aufgabe bestand darin, die Händlerschaft unseres Hauses in einem geographischen Bereich auf betriebswirtschaftlicher Basis zu beraten.

Aufgaben (detailliert)

Diese Beratungstätigkeit erstreckte sich auf die gemeinsame Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten zu Fragen des organisatorischen Aufbaus des Händlerbetriebes, die Erstellung von Bilanz-Analysen, die Erarbeitung von Betriebs-Vergleichen auf Bilanzzahlenbasis und den vom Händlerberater zu erstellenden Ist-Aufnahmen. Daneben gehörte es zu Herrn Fuhrigs Aufgaben, in den Händlerbetrieben eine permanente Schwachstellen-Kontrolle in organisatorischer und betriebswirtschaftlicher Hinsicht durchzuführen.

Leistungs-Bewertung und Führung

Herr Fuhrig hat die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unserer Zufriedenheit durchgeführt. Es gelang ihm, sich in die Besonderheiten der Branche schnell einzuarbeiten, wobei ihm seine wache Intelligenz sehr zustatten kam. Wir können Herrn Fuhrig testieren, daß sein Arbeitsinteresse, seine Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit und Selbstlosigkeit wie auch sein Verantwortungs- und Kostenbewußtsein als überdurchschnittlich bezeichnet werden müssen.

Sozialvehalten

Herr Fuhrig hatte einen guten Kontakt zu unseren Geschäftspartnern, seinen Vorgesetzten und Kollegen. Sein dienstliches und außerdienstliches Verhalten war stets ohne jeden Tadel.

Beendigungsformel mit Bedauern; Zukunft und Erfolg

Herr Fuhrig verlässt uns auf eigenen Wunsch. Wir bedauern seinen Weggang und wünschen ihm einen weiterhin erfolgreichen Berufs- und Lebensweg.

Ort, Datum, Unterschrift, Rang/Position

Kommentar:

Vorhanden Aussparungen
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Die Beurteilung dieses Zeugnisses ist nicht einfach. Unübersehbar ist die Mühe, die sich der Arbeitgeber mit der Aufgabenbeschreibung gemacht hat, die ausführlich, präzise und gut gegliedert ist. Hiermit korrespondiert die sehr positive Bewertung von Einarbeitung, Arbeitsweise und Führung ("schnell einzuarbeiten", "wache Intelligenz", "Arbeitsinteresse, Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit, Selbstlosigkeit, Verantwortungs- und Kostenbewusstsein überdurchschnittlich".

In deutlichem Gegensatz dazu steht die Leistungsbewertung: "stets zu unserer Zufriedenheit" = befriedigend. Wie ist dieser Widerspruch zu erklären? Die Antwort ist einfach: Er war zu kritisch, "funktionierte" nicht ganz im Sinne des Unternehmens und war als ein solcher "unbequem".

Dass ihm für die Mitarbeit nicht gedankt wurde, scheint dies zu bestätigen, allerdings ist der Ausdruck des Bedauerns über seinen Weggang ehrlich und die sehr guten Zukunfts- und Erfolgswünsche ("einen weiterhin erfolgreichen Berufs- und Lebensweg") wohl Ausdruck von schlechtem Gewissen, keine bessere Leistungsnote gegeben zu haben.

Fazit: Kein schlechtes, aber auch kein gutes Zeugnis; dennoch dürften die positiven Punkte offensichtlich genug sein, Herrn Fuhrig zu einem Bewerbungsgespräch einzuladen; hier muss sich dann aber erweisen, ob die Leistungsbewertung wirklich nur eine subjektive oder nicht doch tatsächlich nur durchschnittlich ist.

Musterzeugnisse - und was sie bedeuten

Quelle: JOBworld